Vergiss "Winning Products" – So startest du E-Commerce richtig
Wenn du E-Commerce ernst meinst, hör auf zu gambeln. Lerne stattdessen, wie du echte Kundenprobleme findest – und deine Produkte mühelos verkaufst.
Willkommen zum ersten Beitrag dieser Serie.
Vor Kurzem hat mich jemand gefragt:
„Ich fange gerade mit E-Commerce an. Wie würdest du heute starten, wenn du nochmal bei null wärst?“
Und genau darauf will ich hier antworten.
Dieser Beitrag ist für alle, die neu anfangen – oder die das Gefühl haben, dass ihre Produktstrategie nicht wirklich aufgeht.
Warum du nicht mit Produkt-Testing starten solltest
Viele starten im E-Commerce, indem sie direkt massenweise Produkte testen.
Sie durchforsten Datenbanken, scrollen durch Spy-Tools, hoffen auf den nächsten „viralen“ Artikel.
Das Problem:
Es ist reines Glücksspiel. Du verlierst Zeit, Budget und Nerven – ohne echtes System.
Stattdessen solltest du zu Beginn gar keine Produkte testen.
Wirklich. Null.
Denn ohne Zielgruppenverständnis testest du Produkte ins Blaue hinein – und scheiterst nicht am Produkt selbst, sondern an der fehlenden Relevanz für deine Zielgruppe.
Der richtige Startpunkt: Kundenwünsche und -probleme
Bevor du auch nur über ein Produkt nachdenkst, musst du herausfinden:
Welche Probleme hat deine Zielgruppe?
Was nervt sie im Alltag?
Was wünschen sie sich insgeheim?
Was würde ihr Leben spürbar verbessern?
Die meisten denken zu früh in Produkten – und zu wenig in Problemlösungen.
Aber: Nur wer die Probleme versteht, erkennt automatisch, welche Produkte Sinn ergeben.
Beispiel: Testosteron und Ashwagandha
Ein simples Beispiel:
Wenn ein Mann ein Energieproblem hat, sich schlapp fühlt oder Leistungseinbrüche spürt, denkt er vielleicht nicht sofort an Ashwagandha.
Aber wenn du weißt, dass Ashwagandha mit Testosteronhaushalt und Stressregulation zusammenhängt, kannst du die Verbindung herstellen.
Das heißt:
Das Produkt ergibt sich aus dem Problem. Nicht umgekehrt.
So findest du Produkte, die wirklich gefragt sind
Wenn du das Problem kennst, analysiere den Markt:
Welche Produkte lösen dieses Problem bereits?
Welche Marken dominieren?
Welche Creatives performen?
Nutze Tools wie:
Meta Ad Library, Amazon Reviews oder den Google Keyword Planner.
Diese Tools zeigen dir:
Wie groß die Nachfrage ist
Wie stark der Wettbewerb ist
Welche Pains am stärksten adressiert werden
Und das Beste daran:
Starke Konkurrenz ist ein gutes Zeichen.
Mythos Saturation
Viele fürchten: „Der Markt ist gesättigt.“
Diese Angst ist unbegründet.
Solange du es besser machst – klarer, spezifischer, authentischer – kannst du dich immer abheben.
Denn in jedem großen Markt ist Platz für einen weiteren, der die Sprache seiner Zielgruppe wirklich versteht.
Review Mining: Goldgrube für Copy und Creatives
Wenn du ein Produkt wie Ashwagandha gewählt hast, gehst du als nächstes in die Bewertungen.
Und zwar tief.
Das ist Review Mining – und es liefert dir psychologisch relevante Insights direkt aus dem Kopf des Kunden.
Frag dich:
Was schreiben sie?
Warum haben sie gekauft?
Was hat sie vorher gestört?
Welche Alternativen haben sie getestet?
Was hat das Produkt bei ihnen verändert?
Die Antworten findest du nicht in Produktbeschreibungen, sondern in echten Kundenmeinungen.
Zielgruppenanalyse mit System
Jetzt geht’s ans Eingemachte.
Durchsuche Plattformen wie:
Reddit (Subreddits zur Nische)
TikTok (Kommentare unter viralen Clips)
Facebook-Gruppen
Foren
YouTube-Kommentare
Trustpilot und Amazon Reviews
Schreib dir auf:
Welche Begriffe nutzen sie?
Welche Gefühle drücken sie aus?
Worüber regen sie sich auf?
Welche Hoffnungen und Träume zeigen sich?
Diese Recherche wirkt aufwendig – ist aber dein unfairer Vorteil.
Denn wenn du die Sprache deiner Zielgruppe sprichst, performen deine Ads von Anfang an besser.
Jetzt erst: Produkttest mit Substanz
Nach all dem kommt endlich die Phase, in der du Produkte testest.
Aber diesmal mit echten Insights.
Du wählst gezielt Produkte, die zur Sprache, zum Schmerzpunkt und zum Wunsch deiner Zielgruppe passen.
Und du testest sie mit Creatives, die du auf Basis echter Gespräche und Aussagen entwickelt hast – nicht aus generischen Ad Templates.
Der Unterschied ist gravierend:
Du testest weniger Produkte.
Du verbrennst weniger Budget.
Du findest schneller funktionierende Offers.
Der Skill, den fast niemand lernt
Jeder sucht nach dem „Hack“, dem „perfekten Creative“, dem „Secret Tool“.
Aber fast niemand nimmt sich die Zeit, wirklich zu verstehen, an wen er verkauft.
Dabei ist genau das der Skill, der entscheidet, ob du:
30 Produkte testest und keinen Winner findest
oder zwei Produkte testest – und sofort skalierst
Wenn du E-Commerce neu startest, mach es anders als 95 Prozent der anderen.
Starte mit echter Zielgruppenanalyse.
Finde heraus, welche Probleme deine Leute haben.
Und wähle dann Produkte, die sich nahtlos als Lösung einfügen.
Denn:
Wenn du den Schmerz kennst, fällt dir das passende Produkt fast von selbst ein.
Wenn du keine Lust mehr hast, jeden Monat aufs Neue Produkte zu raten –
und stattdessen mit System verkaufen willst:


